Herbstanfang – Zeit des Übergangs und des Räucherns

Herbstanfang – Zeit des Übergangs und des Räucherns

Herbstanfang – Zeit des Übergangs und des Räucherns

Der Herbst beginnt nicht nur draußen in der Natur. Mit den kürzer werdenden Tagen verändert sich auch unser Alltag: Das Licht nimmt ab, die Temperaturen sinken und die Natur zieht ihre Kräfte langsam nach innen.

Astronomisch beginnt der Herbst mit der September-Tagundnachtgleiche. Im Jahr 2026 findet sie in Deutschland am 22. September um 20:05 Uhr statt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne so, dass Tag und Nacht nahezu gleich lang sind.

Für das energetische Räuchern kann dieser Zeitpunkt ein schönes Bild für Balance und Übergang sein. Die helle Jahreszeit geht allmählich in die dunklere über. Räuchern kann dabei als bewusstes Ritual genutzt werden, um einen Abschnitt abzuschließen, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu lenken und sich auf die kommende Jahreszeit einzustimmen.

Dabei ist wichtig: Die Wirkung des energetischen Räucherns auf eine „Energie“ oder Atmosphäre ist eine traditionelle bzw. persönliche Deutung und wissenschaftlich nicht belegt. Was sich unmittelbar erleben lässt, sind beispielsweise Duft, Rauch, Wärme, Atmosphäre und die bewusste Unterbrechung des Alltags.


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Warum wird das manchmal mit dem keltischen Kalender in Zusammenhang gebracht?

Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Es gab nicht den einen keltischen Kalender. Ein bedeutendes Zeugnis ist der Kalender von Coligny, eine gallische Kalenderinschrift aus der römischen Kaiserzeit. Er zeigt einen lunisolaren Kalender mit zwölf Monaten und eingeschobenen Monaten. Wie einzelne Feste und astronomische Ereignisse genau miteinander verbunden waren, ist nicht in allen Punkten geklärt. Die heute sehr bekannte Vorstellung eines „keltischen Jahreskreises“ mit acht Festen – darunter ein Fest zur Herbst-Tagundnachtgleiche – gehört hingegen in wesentlichen Teilen zur modernen neuheidnischen Rezeption. Für eine historische keltische Feier der Tagundnachtgleiche gibt es keine eindeutigen Belege.

Was räucherten die Kelten im Herbst?

Hier müssen wir ebenfalls zwischen Überlieferung und moderner Vorstellung unterscheiden.

Es lässt sich nicht zuverlässig belegen, welche Räuchermischungen keltische Menschen zur Herbst-Tagundnachtgleiche verwendet haben. Es gibt keine belastbare historische Rezeptur nach dem Muster „Dieses Kraut wurde von den Kelten zur Herbst-Tagundnachtgleiche verbrannt“. Für Wacholder gibt es allerdings Hinweise auf eine lange Verwendung im keltisch geprägten Kulturraum. Die University College Cork nennt Überlieferungen, nach denen Wacholderrauch in keltischen Traditionen mit Schutz und mit dem Kontakt zur Anderswelt während Samhain verbunden wurde. Das ist jedoch eine volkskundliche Überlieferung und kein Beleg für ein einheitliches Räucherritual aller Kelten.

Samhain liegt zudem nicht auf der Herbst-Tagundnachtgleiche, sondern traditionell um den Übergang von Oktober zu November. Damit gehört es historisch in einen anderen Abschnitt des Jahres.

Im Herbst räuchern – was passt heute?

Für ein modernes Herbst-Ritual können vor allem warme, harzige und holzige Düfte interessant sein. Weihrauch, Myrrhe, Wacholder oder Zirbenholz vermitteln beispielsweise eine ganz andere Atmosphäre als leichte Sommerkräuter.

Eine mögliche einfache Herbst-Räucherung kann deshalb unter dem Gedanken stehen:

Loslassen – sammeln – bewahren – neu ausrichten.

Dazu etwas Räucherwerk auf ein Sieb oder eine geeignete Räucherkohle geben und den Rauch bewusst wahrnehmen. Nicht möglichst viel Rauch ist das Ziel, sondern ein Duft, der zur Jahreszeit passt und einen Moment der Ruhe schafft.

Der Herbst ist schließlich keine Jahreszeit, in der alles endet. Er ist die Zeit, in der die Natur beginnt, das Wesentliche zu bewahren. Und genau daraus kann ein schönes Räucherritual entstehen.


Frage mich gerne, du bekommst immer eine Antwort.

Rene Grimm

In diesem Sinne, viele duftende Grüße von René


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